21
Jun
2018

Zweiter Rang mit GMOK an der Venla

Ich reiste letzte Woche mit gemischten Gefühlen nach Lahti, Finnland. Einerseits freute ich mich riesig, dass ich das Vertrauen bekommen hatte, an der Venla-Staffel für das erste Team von Göteborg-Majorna OK (GMOK) die Startstrecke laufen zu dürfen. Andererseits war ich schon mehrere Tage vor dem Wettkampf so nervös geworden, dass ich zwischenzeitlich mein Selbstvertrauen ganz verlor und mir nicht vorstellen konnte, wie ich diese sechs Kilometer lange Bahn absolvierten sollte. Die Tatsache, dass ich zuvor noch nie die Startstrecke an einer grossen Staffel gelaufen war, machte die Sache auch nicht gerade besser. Als Vorbereitung studierte ich so diesmal nicht nur die alte Laufkarte, sondern auch das GPS der Startstrecke der letzten zehn Venla-Staffeln und kam zum Schluss, dass, wenn ich technisch eine saubere Arbeit mache, der Rückstand nicht allzu gross sein sollte.

Nach zwei Tagen Vorbereitung mit GMOK in Lahti, wo wir trainierten, die Teamtaktik besprachen und viel lachten, ging’s dann endlich los. Die Nervosität hatte ich mittlerweile soweit im Griff, dass die Vorfreude deutlich überwog. Der Startschuss fiel und zusammen mit 1300 anderen Frauen stürzte ich mich in den Wald. Ich lief ein kontrolliertes Rennen und investierte, wie wir das im Team abgemacht hatten, bei jeder kleiner Unsicherheit Zeit, um grössere Fehler zu vermeiden.

Auch meine drei Teamkolleginnen Anna, Lina und Judith konnten unseren Plan umsetzten und wir arbeiteten uns in der Rangliste immer weiter nach vorne, bis Judith dann auf der letzten Strecke als zweite ins Ziel kam. Was für ein cooles Gefühl mit dem Team einlaufen zu können!

Die Freude über das Top-Resultat war gross und dass unser zweites Team auf den ausgezeichneten 21. Rang lief machte die Sache nur noch besser! Danke GMOK für ein super Wochenende in Finnland!

Und weil es mir im sonnigen Finnland so gefallen hat, blieb ich noch weitere drei Tage dort oben und trainierte zusammen mit vier anderen Schweizer für die Studenten-WM. Nebst tollen OL-Trainings war unsere Hauptbeschäftigung, Bananen und Brot zu verwerten. Denn wenn die einen das übriggebliebene Essen von GMOK und die anderen jenes von IFK mitnehmen, kommt da einiges zusammen. Unter anderem 26 Bananen und 8 Packungen Brot...

13
Jun
2018

Von tschechischen Städten und lettischen Wäldern

Nach der EM konnte ich ausnahmsweise mal drei Wochen am Stück regelmässig an die Uni. Ich nahm mir auch genug Zeit, mich zu erholen und mal durchzuatemen. Denn nun geht es Schlag auf Schlag weiter! Letzte Woche reiste ich mit dem Nationalkader zuerst nach Tschechien und anschliessend weiter nach Lettland. In Tschechien stand das Sprinten im Fokus. In zwei Tagen liefen wir vier intensive Trainings. Da blieb nebst Einlaufen - Sprinten - Auslaufen - Zeiten vergleichen und Routen analysieren nicht mehr viel Zeit für anderes übrig!

In Lettland trainierten wir ausschliesslich in den Wäldern. Das Highlight war dabei sicher das Staffeltraining mit den Finnen, Letten und Litauern.

Nach nur drei Tagen zu Hause geht es am Donnerstag wieder in den Norden, genauer gesagt an die Jukola in Finnland, wo ich im Dress von Göteborg-Majorna unterwegs sein werde.

15
May
2018

EM Langdistanz

Es ist ein gutes Gefühl, hier schreiben zu können, dass ich mit meinem EM-Einsatz zufrieden bin! Ich habe viel Zeit in die Vorbereitung investiert und zu sehen, dass sich diese Arbeit ausbezahlt hat, ist motivierend!

Foto: IOF

Es war eine taffe Langdistanz mit vielen Höhenmetern und kniffligen Routen. Ich startete gut und bis zum 9. Posten machte ich alles richtig. Zum 10. Posten entschied ich mich für die falsche Route (links um den Hügel) und verliere so ca. eine Minute. Später schlichen sich noch kleine Unsicherheiten ein, doch im Grossen und Ganzen lief ich ein gutes Rennen. Im Ziel resultierte der 17. Schlussrang. (Rangliste, GPS)

Ausschnitt der Bahn

Analyse im Ziel

Insgesamt blicke ich auf eine tolle Woche im Tessin zurück. Die Teamstimmung war die ganze Woche super und die Schweizer Fans grandios!

Kyburz-Fanclub mit Fricktaler Athleten

05
May
2018

Heim-EM

Vor 15 Jahren fand die OL-WM in Rapperswil-Jona statt. Damals war ich neun Jahre alt und heute erinnere ich mich vor allem noch an die supercoole Stimmung und an mein selbst designtes T-Shirt, auf welchem ich Autogramme sammelte.

Seither ist mir klar, dass eine Meisterschaft im eigenen Land etwas ganz Spezielles sein muss. Dementsprechend motiviert habe ich im letzten Jahr auf die Heim-EM im Tessin trainiert; 40 Tage war ich insgesamt im Tessin, um mich vorzubereiten.

Morgen ist es dann endlich soweit - die EM wird mit dem Sprint eröffnet. Selber werde ich erst die abschliessende Langdistanz vom nächsten Sonntag laufen und so kann ich in den nächsten Tagen vor Ort meine Teamkollegen unterstützen und die Stimmung geniessen.

Der Sprint, die Sprintstaffel und die Staffel werden übrigens live vom SRF übertragen. Die Mitteldistanz und Langdistanz kann hier (kostenpflichtig) verfolgt werden. Zudem gibt es auf der Veranstalter-Homepage Resultate und andere Informationen.

11
Apr
2018

11.210km, 630m, 25Po

Die Freude ist gross, dass ich an der Heim-EM im Tessin über der Königsdisziplin, der Langdistanz, starten darf! Vier Wochen bleiben mir nun, um mich technisch, mental und physisch möglichst perfekt vorzubereiten!

Obwohl mein Wettkampf etwa eineinhalb Stunden dauern wird, können Entscheide, die während wenigen Sekunden gefällt werden, grosse Konsequenzen haben. Es wird einige lange Routen zu bewältigen geben und da gilt es, die richtige zu wählen.

In der Vorbereitung kann ich die alte Karte studieren und mir Postenverbindungen ausdenken, um mich auf alles Mögliche gefasst zu machen. Ich werde auch mit dem EM-Team für ein paar Tage ins Tessin reisen, um im steilen Gelände Posten von oben, unten und im Hang anzulaufen. Obwohl ich in den letzten Monaten viel im Tessin trainiert habe, ist es für mich wichtig, kurz vor der EM meine Abläufe zu festigen. Physisch werde ich in den nächsten vier Wochen natürlich keine Berge mehr versetzten können. Ich weiss aber, dass ich den Winter durch sehr gut trainiert habe und wenn ich schlau trainiere, dann kann ich nochmals einiges aus mir herausholen. Und am Wettkampf selber wird bei einer solch taffen Langdistanz (11.210km, 630m, 25Po) sowieso viel im Kopf entschieden. Es gilt also in den Tagen vor dem Wettkampf die richtige «Attitude» hinzubekommen!

Insgesamt kann ich sagen, dass ich bereits in die Vorbereitungen eingetaucht bin. Ich habe klare Vorstellungen davon, was noch zu machen ist und ich muss sagen, die Vorfreude ist riesig!

Von den Selektionsläufen von letzter Woche habe ich nicht allzu viel zu berichten. Wenige Tage vor dem ersten Lauf, dem 5000er, hat mich eine heftige Erkältung ins Bett gelegt und so lief ich den 5000m-Test auf der Bahn angeschlagen. Auch am Wochenende hatte ich das Gefühl, nicht ganz 100%ig leistungsfähig zu sein. Die letzten paar Prozent fehlten mir und so blieb ich trotz soliden technischen Leistungen etwas unter meinen Erwartungen. Glücklicherweise hat’s ja dann trotzdem für die Selektion gereicht! Und Dank Remy Steinegger, Gabriel Lombriser und Kurt Ruedisueli hat es einige Bilder gegeben:

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